Am Mittwoch waren die Mitglieder des Rats der Stadt Aachen zu einer Vorstellung eingeladen. Es ging um das Projekt Campusbahn. Wie sehr schnell klar wurde war es aber leider nicht die angekündigte Informationsveranstaltung, sondern eine lupenreine PR Aktion. Hätte ich das vorher gewusst, hätte ich mir das erspart. Ich versuche trotzdem eine Zusammenfassung und Einschätzung.
Stadtbahn? – Finde ich großartig, gar keine Frage.
Das eine Stadtbahn eine ehebliche Bereicherung für die Stadt darstellt steht völlig außer Frage. Da muss mir niemand Folien mit Fotos von bunten, futuristischen Modellen von Straßenbahnen aus anderen Städten schmackhaft machen und all die Vorteile wiederkäuen. Vorteile aus meiner persönlichen Sicht, die sich im wesentlichen auch im Vortrag und bei allen Bürgern und Politikern wiederfinden sind:
- Attraktives Verkehrsmittel mit Zukunftsperspektive
- Höhere Akzeptanz als jeder noch so tolle Bus, Emotionales Argument
- Höhere Kapazität je Fahrzeug, weniger Busse im Stadtverkehr
- Sauberer, zumindest in der Stadt, Feinstaub, Lärm
- Abgekoppelt vom Ölpreis (endliche Ressource, Peak Oil)
- Nutzung regenerativer Energien
Besonderheit des Konzepts für Aachen
Man möchte nicht nur eine Stadtbahn bauen. Man möchte die Elektromobilität als solche fördern. Also Pedelecs, Elektro-Autos und Elektro-Taxen und ähnliche Verkehrsmittel, die zwar bereits da sind, aber kaum Lademöglichkeiten vorfinden. Weiter sollen die Oberleitungen der Campusbahn auch für Oberleitungsbusse (Elektrische O-Busse) nutzbar sein.
Die Bahnen sollen Teilstrecken mit Akku-Ladungen überwinden. Dadurch benötigt man keine Flächendeckende Einrichtung von Oberleitungen und könnte diese aus der Innenstadt raushalten.
Kurz: man hat sich Gedanken gemacht. Sehr gute! Wenn jetzt genug Geld da wäre könnte man hier enden und fragen: wann geht’s los?
Eckdaten und Kritikpunkte
Bei einer Vorstellung eines Projekts erwarte ich vor allem Informationen zu Aufwänden, Herkunft der Mittel, Ressourcen und eine Risikobetrachtung. Ich möchte nicht nur die Vorteile hören, sondern etwas auch über Nachteile, Risiken und Chancen und seien es nur mögliche. Auf Nachfrage wurde beschieden das alles folgt und die Experten haben das alles berechnet und man kann das nicht so einfach betrachten. Es war wie gesagt eine PR Veranstaltung. Übrigens gab es vor der Veranstaltung für Ratsleute und Bürger eine weitere, gleiche Veranstaltung nur für Presse und WDR Fernsehen.
Bis zu eine viertel Milliarde Euro Kosten
Die Stadt hat natürlich nicht das Geld diesen Betrag aufzuwenden. Geplant ist zunächst eine einzige Strecke von Brand über Rothe Erde, Kaiserplatz, Bushof, RWTH Westbahnhof, Campus West, Campus Melaten zum Klinikum. Insgesamt ca. 12 Km Strecke. Dafür benötigt man stand heute:
- 20 – 25 Fahrzeuge (kommt auf das Betriebskonzept an) für 54 Mio. bis 67,5 Mio EUR
- 12 Km Strecke für ca. 129 Mio. EUR
- Betriebshof und Leitstand ca. 24 Mio. EUR
- Planung und Nebenkosten ca. 17 Mio. EUR
- In Summe 224 Mio. bis 237,5 Mio. EUR
Finanzierungsanteil GVFG
Das 2019 auslaufende Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (GVFG) ermöglicht eine Förderungsquote bis max. 90 Prozent für die Strecke. Betriebshof und Fahrzeuge sind nicht Förderfähig. Ein Zuschuss zu Betriebskosten ist möglich, ob das zum Tragen kommt ist fraglich. Betriebskosten entstehen meiner Meinung nach wenn vor Vollendung schon ein Betrieb möglich ist und aufgenommen wird. Zum Vollendungszeitpunkt des Projekts läuft das GVFG fast zeitgleich aus. Das bedeutet keine Zahlungen aus diesem Topf nach 2019.
Für die jährlichen Betriebskosten werden 4 Mio. bis 6,5 Mio. EUR veranschlagt. Die Kalkulation ist unklar und kann zu diesem Zeitpunkt nur auf Annahmen bestehen. Teilweise verständlich.
Finanzierungsanteil NPE
Nun fehlt noch ein erheblicher Teil für die Investitionskosten. Da hat man sich einen anderen Fördertopf für auserkoren den für die Nationale Plattform Elektromobilität. Sicher nicht nur aus diesem Grund ist das Konzept der Campusbahn auch so komplex ausgefallen. Der Bund will drei bis fünf Großprojekte fördern, um die Elektromobilität in Deutschland zu forcieren. Dazu stehen um die 500 Mio. EUR (lt. Wikipedia) bereit. Drei große Player habe sich daran bereits Mittel gesichert: BMW, Audi und VW. Unternehmen die nur geringe Forschungsetats aufweisen und dringend drauf angewiesen sind.
In diesem Topf sind noch ca. 180 Mio. EUR und nach Aussage der Projektentwickler bestehen große Chancen tatsächlich Geld aus diesem Topf zu erhalten. Ich teile diese Einschätzung, denn sie haben das Projekt für Aachen darauf richtigerweise direkt darauf zugeschnitten hat. Entschieden ist da natürlich noch nichts. Die Anforderungen sind nicht unerheblich:
Maßgeblich ist dabei, dass die Schaufenster durch die Anzahl der eingesetzten Elektroautos und auch Elektro-Zweiräder – sowohl absolut als auch im Verhältnis zu der Zahl der potenziellen Nutzer in dem Gebiet insgesamt – und der zur Verfügung gestellten Ladeinfrastruktur aussagekräftig für einen Alltagsbetrieb der
Elektromobilität sind.Die Anzahl der eingesetzten Fahrzeuge und Infrastrukturkomponenten muss einen repräsentativen Aufschluss über die Bewährung der Technologie geben. Es ist daher notwendig, in einem überschaubaren, klar abgegrenzten räumlichen Bereich eine hohe Dichte zu realisieren, um gleichzeitig eine entsprechende Sichtbarkeit zu gewährleisten. – Quelle: GGMO, Schaufenster Elektromobilität 11.10.2011
Realisierung
Soweit ich es erinnere sind fünf Umspannwerke vorgesehen. Die Bahnen fahren wie überall mit Gleichstrom, nicht mit Wechselstrom. An diesen Umspannstationen werden auch Parkplätze mit Ladesäulen für andere Elektroverkehrsmittel zur Verfügung stehen. Dazu werden wohl Parkplätze in Aachen entsprechend ergänzt. Die Informationen dazu sind in der PDF Version der Präsentation nicht mehr vorhanden. Ich meine in der Powerpoint Version waren die drin. Zumindest die Daten. Diese Umspannwerke nebst Ladestationen sind ein wesentlicher Bestandteil des Konzepts. Auch im Hinblick auf den NPE Fördertopf. Ich habe stand heute keine Details dazu gefunden.
Anekdote dazu am Rande: gegen Ende der Vorstellung im Rathaus gab es eine Art Fragerunde. Eine Kollegin aus der CDU Fraktion fragte wie groß denn die Fläche diese Umspannstationen sei. Ihr Fraktionschef meinte dann zu ihr dazu man wolle jetzt keine Fragen stellen, was sie sichtlich irritierte.
Offene Fragen
Da die Veranstaltung keine “Contra” Punkte oder Risikoinformationen lieferte, möchte ich ein paar aufzeigen.
- Es wurde versucht die Notwendigkeit anhand der Benutzerzahlen darzustellen. Die Haltestelle Scheibenstraße im Zeitfenster wochentags 07:30 bis 08:00 wurde herausgegriffen. Mit echten Spitzenwerten. Kurz davor (07:00) und danach (08:15) war eher nichts. Das hat mich nicht überzeugt. Da hätte ich gerne ein Diagramm über den gesamten Tag und über alle Haltestellen an der Campusbahnstrecke.
- Weiter wurde mit demographischen Daten in Sachen Einwohner und Studentenzahlen argumentiert. Bei Studenten z. B. soweit ich es erinnere bis 2015 mit Wachstum. Auch das ist aus der Präsentation verschwunden. Vielleicht weil zum Fertigstellungszeitraum 2019 die Studentenzahlen runtergehen? Immerhin sind dann die doppelten Jahrgänge und Bundewehr-Effekte ausgeglichen. Zeitgleich steigt die Konkurrenz, beispielsweise in Essen. Dort entsteht zur Zeit ein neuer Campus praktisch direkt neben der Innenstadt. Ob dann die Einwohnerzahlen entsprechend sind…könnte sein.
- Was passiert wenn durch Bauverzögerungen 2019 nicht zu schaffen ist mit der Förderung aus GVFG? Man findet ein altes Essbesteck vom guten alten Karl und dann ist erst mal Baustopp da oder dort? Was wenn wichtige Umspannwerke nicht rechtzeitig gebaut werden können (Prozesse z. B.). Teilweise ist auch eine Innovationsdividende eingeplant (Akkutechnik, Akkuumbau bei Bussen während des Haltens, Reichweite ohne Oberleitungen). Sind die eingesetzten Komponenten vorhanden? Marktreif?
- Was wenn aus dem NPE Topf doch nichts fließt?
- Wer steht für mögliche Mehrkosten ein? Ich kenne die Risikowerte nicht, aber nach meiner Erfahrung sind gerade Projekte der Öffentlichen Hand eher nicht in der Lage In-Time-And-Money zu enden. Eine Fehlschätzung um nur 5 % entspricht bereits einem Fehlbetrag von ca. 11 Mio EUR bei 237,5 Mio. EUR Realisierungskosten. Die Kalkulation ist ca. 7 – 8 Jahre im Voraus erstellt und muss halten.
- Gerade bei der Kostenseite war die Veranstaltung sehr zugeknöpft. Ja, es wurde abgewiegelt. “Die Experten haben das berechnet, es gibt standarisierte Verfahren, alles im Griff” so der allgemeine Tenor. Ich merkte dann an, dass das letzte größere Projekt im RWTH Umfeld, das Super C es geschafft hat von 12,5 Mio. EUR auf am Ende 24 Mio. EUR Kosten hochzuschnellen und der Betriebskostenzuschuss durch Erdwärme bis heute nicht vorhanden ist.
- Die Stadt ist ein gebranntes Kind hinsichtlich großer Projekte. Die Berechnungsexperten im Projekt “Tivoli” haben das Ergebnis gerade vors Rathaus abgekippt. Der Experte in Sachen Kaiserplatz-Galerie sitzt im Gefängnis. Die Avantis Experten merken erst nach 10 Jahren das der Geschäftsführer die Grundstücke nicht los wird, trotz Ratsmitgliedern im Aufsichtsrat. Experten? Kein Trash-TV Format kommt ohne Experten daher. Sie sind notwendig, aber allein darauf verlassen? Niemand macht sie haftbar, wenn etwas nicht stimmt mit der Finanzierung.
- Es ist ein Türöffnerprojekt weitere Strecken werden folgen und Kosten verursachen, natürlich auch Nutzen bringen.
- Man muss Busse und Bahn jahrelang parallel betreiben.
- Baustellen im Stadtgebiet: Straßen müssen aufgerissen werden, da die Schienen ein Fundament benötigen und Oberleitungen zu bauen sind. Auf Nachfrage wurden 1,5 bis 2 Jahre genannt.
- Eine ganz persönliche Anmerkung am Rande, die sicher nach dem Motto “wenn wir es nicht machen, macht es eine andere Stadt und wir schauen in die Röhre” weggewischt wird: Ob der hochverschuldete Bund, das verschuldete Land NRW oder die verschuldete Stadt Aachen Geld ausgeben was sie nicht haben, dem Steuerzahler kann es egal sein. Er zahlt immer. Da ändert auch die Fördertopflogik nichts.
- Bürgerbeteiligung wird wohl ausfallen. Also so was mit Mitbestimmung oder so. Die Termine für die Beantragung der Fördermittel sind so eng, dass selbst bei echtem Willen keine Zeit dafür sein wird. Die Beteiligung sich auf Informationsveranstaltungen und Website beschränken. Halte ich für Riskant im Hinblick auf mögliche Störfeuer.
- Niemand hat mal dargelegt: wem gehört die Bahn eigentlich, wenn sie fertig ist? Was machen die Projektbeteiligten im Projekt? Welche Motivation haben diese sich zu beteiligen? In welcher Form?
Fazit
Ich finde das Konzept, die Idee und den Wert für die Stadt Aachen hervorragend. Man hat sich richtig gute Gedanken um ein zukunftweisendes Verkehrskonzept gemacht. Man muss auch Risiken eingehen. Vielleicht sogar sehr große. Ohne Risiko und Innovationsgeist gibt es keinen Fortschritt. Aachen stünde eine Stadtbahn sehr gut zu Gesicht. In Sachen Schaufenster und Vorreiter, Lebensqualität würden wesentliche Grundsteine gelegt. Ich kann die Euphorie der Beteiligten sehr gut nachvollziehen.
Das gilt aber für fast jede Stadt, der man so etwas verspricht. Die Kostenseite könnte im Worst-Case die Stadt richtig in die Tiefe reißen. Dagegen wäre das Tivoli Problem fast ein Schnäppchen. Hr. Höfken von der SPD Fraktion hat dazu eine interessanten Kommentar abgegeben: “Möglicherweise müssen wir das machen, auch wenn wir es uns nicht leisten können”.
Das kann durchaus stimmen. Nur muss man das den Bürgern klipp und klar sagen. Dazu sind die PR-Nummer aus dem Rathaus und die PR-Website nicht geeignet.
Weitere Informationen
Nationale Plattform Elektromobilität
Campusbahn.de News und Downloadbereich – Weitere (PR) Information rund um die Campusbahn
Prüfer lassen kein gutes Haar am Super C – AZ 11.07.2011
Artikelbild: Wikipedia.de Maximilian Dörrbecker CC-BY-SA 2.5 (US)

Super Blogpost der die Veranstaltung von Mittwoch ziemlich gut zusammenfasst!
Ich kann mir das Ganze auch ziemlich gut vorstellen, aber aus den Informationen die es am Mittwoch gab geht nicht hervor ob dies ein sinnvolles Projekt wäre.
Zusätzlich zu den offenen Punkten die du aufgelistet hast, sind mir noch folgende Fragen gekommen:
- Was würde eine ganz normale Strassenbahn (also ohne Batteriebetrieb) für die geplante Strecke kosten?
- Welche Teile des Systems sind “normale” Komponenten und welche Teile werden in Kooperation mit Forschungspartnern erstellt?
- Soll die gesamte Strecke auf einmal in Betrieb genommen werden, oder ist eine teilweise Inbetriebnahme geplant?
- Wo genau sollen O-Busse fahren? Lohnt das Aufladen der Batterien wirklich bei so geringer Überschneidung der Strecken?
- Stehen schon Grundstücke für die Errichtung der Umspannwerke fest? Wie sollen diese erworben werden?
Ich habe den Eindruck, TEXT und Hendrik vom Lehn unterliegen einem Missverständis. Es geht aktuelle um die “Vorstellung” des Campusbahnprojektes, wie es in der Überschrift ja auch richtig steht. Vorstellung bedeutet nicht, dass schon eine Entscheidung gefallen wäre. Das bedeutet auch nicht, dass schon alle Details geklärt und bekannt und alle Fragen beantwortet wären. “Vorstellung” bedeutet, die Informationen zur Verfügung zu stellen, die es gibt, damit alle die Möglichkeit haben, sich ein Bild zu machen. “Vorstellung” bedeutet hier auch, genügend Grundlagen zu haben, um seriös entscheiden zu können, ob die nächsten Schritte im Verfahren gemacht werden, also eine “standardisierte Bewertung” von Nutzen und Kosten, die Voraussetzung ist, um Förderanträge stellen zu können, und die Vorbereitung der Förderanträge. Das alles ist nach meinem Eindruck in der Veranstaltung sehr gut dargestellt worden. Auch die Website liefert Informationen. Ich würde mich freuen, wenn auch die Piraten, von deren Website ich hier gelandet bin, das Projekt unterstützen würden, und nicht diese Haltung einnehmen, die hier für mich rüber kommt “wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass”. Das bedeutet ja nicht, dass nicht auch kritische Fragen gestellt werden sollen, da sind aber die Piraten nicht die einzigen, die stellen sich ja auch die gescholtenen Experten. Man sollte aber auch Begeisterung über so ein schönes Projekt zulassen! Der Hinweis auf Projekte wie Super C, Avantis, Tivoli, Kaiserplatzgalerie ist übrigens wenig sachlich, sondern eher polemisch. Die alle haben mit der Campusbahn nichts zu tun. Tivoli, Super C und Kaiserplatzgalerie sind noch nicht einmal städtische Projekte. Ich sehe auch nicht, dass die Experten beim Thema Campusbahn etwas entscheiden würden, die liefern Fakten, von denen einige für und andere auch gegen die Campusbahn sprechen können. Die Entscheidung muss der Rat treffen.
Hallo Herr Schiller,
das Konzept ist in sofern geschlossen als dass es man entscheiden kann es zu machen oder nicht. Eine Diskussion, ob man z. B. irgendwas standarsiertes machen möchte steht im Moment nicht auf der Tagesordnung. Und NEIN, bin nicht gegen dieses Projekt. Das sollte auch klar aus dem Post hervorgehen. Das wurde auch schon im Rat unterstellt: kritische Nachfrage von diesem Piraten, der ist dagegen! Das ist ein wenig zu simpel.
Hinsichtlich der Expertenvergleiche kann man das als polemisch abtun. Ich finde es einfach nur noch nervig mit „die Experten!“ abgespeist zu werden. Mehrere Fragen nach Kostendarstellung wurde im Rat mit “da wissen die Experten wie zu rechnen ist und das passt schon” abgefrühstückt.
Experten waren nun mal auch in den anderen Projekten beteiligt. Da passte auch alles. Nur wurden auch diese Projekte nur Best-Case vorgestellt. Wo die Projekte endeten ist bekannt. Daher finde ich einen solchen Vergleich schon erwähnenswert. Vor allem im Hinblick auf den Knüller Super C. Ein RWTH Projekt mit Erdwärme trägt zu Betriebskosten bei. Veranstaltungsfläche nur zu etwa einem Drittel nutzbar, Etagen mussten gestrichen werden, Kosten fast verdoppelt und bis auf weiteres nix mit Erdwärme aus dem monatelang gebohrten Loch.
Weiter weiß doch niemand für wen diese Menschen sprechen. Im Interesse der Stadt? Eines Straßenbahnherstellers? Stackholder-Analyse? Geht es schief gibt es auch keine Haftung. Risikoloses zustimmen in nicht näher bekanntem Interesse. Da sollte der zahlende Bürger schon mal nachfragen. Wenn alles ok ist: wo ist das Problem?
Es mangelt nicht an Begeisterung, auch das steht mehrfach im Text. Ich bin da aber eher der rationale Typ und bin schnell wieder in Realität des Haushalts der Stadt Aachen. Der Stand heute allein die Betriebskosten von 4,5 Mio. (6 Mio.) _jedes_ Jahr als zusätzliche Schulden dazuschreiben müsste. Ob das in sechs bis sieben Jahren durch mehr Gewerbesteuer oder mehr Einwohner zu decken ist bezweifle ich einfach. Und da muss es antworten zu geben. Sollte die sein: wir müssen das tun und wir müssen die Schulden dann eben einbuchen, dann bitte Klartext und raus damit. Das kann durchaus notwendig sein. Immerhin geht es um ein Konzept das auch Probleme lösen soll, die wir heute nicht haben, die aber absehbar sind.
Wir sollten nicht glauben, die Bürger könnten das nicht absehen. Die ehrenamtlichen Mitglieder des Rates sind auch nur diese Bürger. Etwas mehr informiert, selten besser.
Der Kommentar von Lustreisen-Höfken ist allerdings bemerkenswert und beschreibt ziemlich gut die Politik unter Dr.Jürgen Linden.Egal was es kostet, es wird gemacht.Höfken dürfte einer der größten Absahner im Rat der Stadt sein.Und wenn es schief geht zahlen ja andere.Zwischen Entscheidung und Verantwortung besteht in der Politik leider eine Riesenkluft.