Die Fraktionen CDU, SPD, GRÜNE, FDP und DIE LINKE haben im Dezember im Rat einen gemeinsamen Antrag eingereicht. Es geht darum sich um die Toplevel Domain .aachen zu bewerben.
Ich habe heute die Fraktionen angeschrieben mit der Bitte diesen Antrag zurückzuziehen. Hier ist die Mail dazu:
Sehr geehrte Kollegen und Kolleginnen,
sie haben Anfang Dezember im Rat der Stadt Aachen einen Antrag eingebracht. Dieser hat zum Ziel, dass die Stadt Aachen sich um den Zuschlag für die Toplevel Domain
.aachen
bewirbt. Ich halte dies für wenig sinnvoll und auch nur für bedingt werbetauglich. Ob Kosten / Nutzen sich in Einklang bringen lassen vermag ich auch nicht so richtig zu sagen. Die Adresse eines Webauftritts hat heute nicht mehr die ganz große Bedeutung wie noch vor einigen Jahren. Ich kenne Menschen die geben sogar die Adresse einer Website einfach in das Google Suchfeld ein (ihre Startseite im Browser) statt in die Adresszeile.
Ich halte das für ein nettes Gimmick für die Stadt. Mehr aber auch nicht.
War Ihnen bei der Antragstellung klar, dass alleine für den Antrag beim ICANN ca. 185.000 US Dollar zu bezahlen sind? Nur für die Prüfung des Antrags. Für den Betrieb der dafür notwendigen Organisations- und Infrastruktur sind jährlich ca. 200.000 EUR (netto) zu veranschlagen. Die Stadt Aachen oder die Regio IT muss sich als Internet Registrar aufstellen. Ich denke dieses Geld kann man sicherlich besser verwenden. Zum Beispiel für ein öffentliches WLAN in Aachen (da war doch mal was…)
Eine Vermarktung ist durchaus machbar. Dazu sollte man im Kopf haben welche Preise heute für verfügbare und beliebte Domains inkl. Umsatzsteuer bezahlt werden:
.de ca. 8 EUR pro Jahr
.com ca. 12 EUR pro Jahr
.cc ca. 29 EUR pro Jahr
.bz ca. 56 EUR pro JahrGehen wir mal von 40 EUR erzielbarer Zahlung p.a. netto aus, dann brauchen wir 5.000 Kunden um Plus/Minus Null zu haben. Die Antragskosten sind dann immer noch weg. Die Einführung benötigt sicher auch etwa Marketing… etc. pp.
Wer unbedingt etwas mit Aachen möchte, kann übrigens heute schon die Toplevel-Domain .ac (eigentlich vom Königreich Ascension ;-) verwenden:
Auch wenn es durchaus möglich ist damit Geld zu verdienen, ich möchte Sie bitten diesen Antrag zurückzuziehen. Allein schon wegen der Antragsgebühr von 185.000 US Dollar / ca. 143.000 EUR. Die können wir sinnvoller einsetzen.
Weiter Information zu Hintergründen und Kosten:
http://www.golem.de/1106/84309.html
http://www.zdnet.de/news/41559301/bewerbungsphase-fuer-neue-top-level-domains-startet.htm

Wieso habt Ihr das denn nicht vorher gesagt?
Ich wusste nichts von diesem Antrag bis er eingebracht wurde. Mein Vorgänger Thomas (bis 30.11.2011) hat auf Nachfrage mitgeteilt auch keine Kenntnis davon zu haben.
Lieber Ratskollege,
der Antrag hat folgenden Text:
“Die Verwaltung wird beauftragt, kompetente Partner zu suchen, die die Top-Level-Domain “.aachen” bei der ICANN beantragen und in der Lage sind, sie langfristig zu betreiben.”
Insbesondere soll NICHT die Stadt (oder eine städtische Gesellschaft) den ICANN-Antrag einreichen oder finanzieren, wie auch im Ratsantrag klar und bewusst formuliert ist.
Vielmehr ist ein anderes Unternehmen an mich herangetreten, das plant, die TLD “.aachen” zu betreiben und auch das Risiko übernehmen würde.
Der Antrag der Ratsfraktionen hat NICHT zu Ziel, städtisches Geld zu verwenden.
Die Bedenken sind also unbegründet.
Beste Grüße
Michael Servos
Hallo Michael,
danke für Deinen Hinweis. Durch diese Brille betrachtet kann man das tatsächlich so sehen und alles könnte in Ordnung sein. So habe ich es natürlich nicht gesehen.
Das liegt vor allem daran, dass ich da einen anderen Blick drauf habe: eine solche Toplevel Domain muss auf jeden Fall, wenn sie denn vom ICANN vergeben wird, auch unter Kontrolle der Stadt Aachen bleiben.
Das ist nur gewährleistet, wenn die Stadt diese inne hat oder ein Stadtbetrieb. Ob man diese in die Hände eines gewerblichen Unternehmens legen sollte würde ich verneinen. Da müsste man z. B. genau nachschauen ob diese Domain handelbar ist oder im Falle von Insolvenz in die Hände Dritter fällt.
Der Antrag wäre dann zumindest deutlicher zu formulieren und auf eine Minorität / Exklusivität der Stadt hin zu ergänzen.
@Michael Servos: Da fragt man sich ja, warum die Stadt jemanden SUCHEN soll, wenn doch schon jemand das Risiko tragen will.
Also, was ist ZIEL des Antrags? Ich kann keinen erkennen, darum kann man ihn gleich fallen lassen. Das riecht doch nur wieder danach, dass jemand vordergründig das Risiko übernimmt, und wenn der Karren im Dreck steht, dann „muss“ die Stadt ja doch wieder einspringen…bedauerlicherweise…weil ja „Aachen” draufsteht.
Der Rat sollte sich auf seinen kommunalen Fokus besinnen, und sich nicht auf Internet-Abenteuer einlassen.
„.ac“ ist deutlich attraktiver als „.aachen“, weil kürzer und prägnanter. Man sollte da kein Geld reinversenken…
Zumindest ist es interessant, dass über diesen Antrag bisher so überhaupt nichts an die Öffentlichkeit gelangt ist; weder auf den Seiten der Stadt Aachen, noch in der Presse.
Ab wann wären die Bürger darüber informiert worden? Nach Beauftragung des Unternehmens? Nach Beantragung der TLD? Nach Zahlung der ersten Antragsrate an das Unternehmen?
Ich halte es ebenfalls für gewagt, einem Unternehmen mit Gewinnerzielungsabsicht die Kontrolle über eine städtische Domain zu überantworten. Würde es das auch machen, wenn es per Vertrag nicht frei über diese Domain verfügen könnte? Damit wären die einzig umsatzbringenden Kunden für diese Domain die Stadt Aachen selbst und evtl. Aachener Unternehmen, die diese TLD verwenden möchten.
Ist bekannt, ob dieses Unternehmen in dieser Art auch an andere Städte und Gemeinden herangetreten ist? Was mich zu der Frage brächte, warum die Stadt Aachen (nebst angeflanschte Organisationen) sich trotz der regioIT ein teures Berliner CMS leistet… aber das gehört jetzt nicht hierher.
Interessant wäre eigentlich folgendes Konzept:
Aachener IT-Unternehmen, die regioIT sowie weitere interessierte Aachener Unternehmen gründen eine Genossenschaft AIXNIC eG, die nicht gewinnorientiert die Verwaltung und den Betrieb der TLD “.aachen” übernimmt. Man könnte sich da ein bisschen was von der DENIC abschauen… ;-)
Das bis Mitte April auf die Beine zu stellen, scheint mir allerdings sportlich. ;-)
Hallo zusammen,
so viele Fragen…
1. Der Antrag ist schon lange öffentlich. In Anbetracht der Tatsache, dass jeden Monat 10-15 Anträge gestellt werden, muss man wohl leider auf das (schlechte) Allris verweisen. Hier werden in den Protokollen der Ratssitzung immer auch die neuen Anträge aufgelistet. Dieser Antrag wurde darüber hinaus aber auch im Netz veröffentlicht: http://www.michaelservos.de/?p=5067
2. Die Stadt tut erstmal nichts, ausser all die hier gestellten Fragen (und weitere) zu untersuchen. Es wird geprüft werden, wie ein solches Konstrukt risikolos abgesichert werden kann und insbesondere, wie die Kontrolle über eine solche Domain erhalten werden kann (heisseschnecken.aachen will keiner). Wenn dies dann geprüft ist, sollte die Politik (die ja auf der kommunalen Ebene eine Art “Aufsichtsrat” ist) entscheiden, ob die Verwaltung die Idee weiterverfolgen oder eben nicht.
Hier gilt eben nicht Antrag=Beschluss und es bleibt dabei, dass die Politik das endgültige Entscheidungsgremium ist. Der Antrag stößt nur den Bearbeitungsprozess an.
Die Vorbereitung gehört nämlich eben nicht in den Antrag, der von Ehrenamtlern geschrieben wird, die eine Idee haben, sondern muss von der Verwaltung geleistet werden. Bei der Beratung im Ausschuss muss dann die Güte deren Arbeit bewertet sowie eventuelle Schwachstellen geklärt werden.
Das konkrete Unternehmen hat sich übrigens bereit erklärt, einen entsprechenden Vertrag mit der Stadt zu schließen und hat bereits Erfahrungen im Betrieb von TLDs.
In einem Antrag darf aber nicht ein konkretes Unternehmen stehen, da wir als Stadt natürlich neutral bleiben müssen.
Die hier genannten Bedenken sind also ausnahmslos diskutiert worden uns werden in der politischen Beratung (die ja noch nichtmal begonnen hat !) berücksichtigt werden.
Einen Antrag zurückzunehmen, ohne die Einwände vorher zu klären erscheint mir absurd und an dieser Stelle sogar unternehmensfeindlich zu sein.
Ein Antrag startet ja eben erst den Entscheidungprozess, der auch negativ ausfallen kann…
Viele Grüße
Michael
Nachtrag
@Stefan: Was den Sinn und den kommunalen Fokus angeht: Wenn ein kommunales Unternehmen sich ein entsprechendes Vorgehen wünscht, sollte die Kommune, die für die Unterstützung zuständig ist, diese kommunal zu bearbeitende Anfrage doch auch bearbeiten?
Wo kommen wir hin, wenn zuständige Gremien sagen: “Da will ich nichts mit zu tun haben. wir haben besseres zu tun!”
@Michael:
“Würde es das auch machen, wenn es per Vertrag nicht frei über diese Domain verfügen könnte?” – Ja, das wäre für mich z.B. die Bedingung für die Zustimmung der Stadt zur Nutzung (was ich in Vorgesprächen klar kommuniziert habe). Ob das ganze sich schlussendlich auch so darstellen lässt, werden wir ja sehen.
“Aachener IT-Unternehmen, die regioIT sowie weitere interessierte Aachener Unternehmen gründen eine Genossenschaft AIXNIC eG, die nicht gewinnorientiert die Verwaltung und den Betrieb der TLD “.aachen” übernimmt. Man könnte sich da ein bisschen was von der DENIC abschauen…” – Schlag doch ein solches Modell mal der Verwaltung/Deinem Ratsmenschen vor, wir sind ja gerade erst am Anfang der Diskussion. Oder soll ich das gleich mal übernehmen?
Viele Grüße
Michael
Der Antrag ist tatsächlich nicht im Allris (Ratsinformationssystem). Das liegt aber am “Konzept” dieses IT Systems. Das Ding ist eine echte Zumutung.
Zum Antrag selbst noch mal abschliessend: Die Domain ist ein nettes Gimmick. Ich würde fast schon behaupten überflüssig. Geschmackssache.
Ich will nicht mal das die Stadt dafür eine vierstelligen oder gar sechsstelligen Betrag ausgibt. Egal ob in Geld oder Ressourcen. Solange das nicht Teil des Antrags ist, lehne ich den ab. Ok, spielt bei einem Männlein eh keine Rolle…
@Alle Der Betrieb einer Top-Level-Domain Registry ist in Deutschland grundsätzlich der privaten Wirtschaft vorbehalten . Auch die DENIC ist eine privatwirtschaftlich betriebene Genossenschaft. Sie arbeitet zwar Not for Profit, ihre Genossen sind aber durchweg gewinnorientierte Unternehmen.
Ein potenzieller Bewerber benötigt für die Bewerbung bei ICANN ein Unterstützungsdokument der zuständigen Regierungsstelle,was nach der offenbar vorherrschenden Meinung die jeweilige Gebietskörperschaft. Die Erteilung dieses Dokuments entspricht nach ebenfalls vorherrschender Meinung der Erteilung einer Dienstleistungskonzession. Daher wurde in Köln, wie auch in Berlin, Hamburg oder Bayern, ein “Interessensbekundungsverfahren§ durchgeführt, um den geeigneten Bewerber für die jeweilige TLD auszuwählen. Der jeweils ausgewählte Betreiber wird mit der Stadt/dem Bundesland dann einen Kooperationsvertrag abschließen, der auch Regelungen zur Wahrung der berechtigten Interessen der Stadt enthält.Zu diesem Vorgehen hat es auch eine Arbeitsgruppe auf Bundesebene gegeben.
Vor dem Verfahren stand in Köln ein Beschluss des Rates über die grundsätzliche Unterstützung der Einführung einer regionalen TLD für KÖln. So müsste es wohl auch in Aachen ablaufen:
- Beschluss mit Beauftragung der Verwaltung mit der Durchführung eines entsprechenden Verfahrens
- Durchsführung des Interessensbekundungsverfahrens
- Auswahlentscheidung
- Vertragsabschluss
- Bewerbungsabgabe
Zum Timing:
Die letzte Möglichkeit, sich an dem Bewerbungssystem der ICANN (TLD Applucation System, TAS) anzumelden, ist der 29. März 2012, 23:59 UTC! Bis dahin sollte alles andere unter Dach und Fach sein.
Zu Sinn oder Unsinn
Die Nutzunge der TLD .ac ist sicher sehr fortschrittlich und mag auch sinnvoll sein, Aber es ist immer eine “geliehene” Identität. Demgegenüber waäre “.aachen” eine echte Öcher Adressendung, deren Betrieb über den erwähnten Kooperationsvertrag durch die Stadt, wenn auch eingeschränkt, kontrolliert werden könnte. Die Stadt kann dadurch insbesondere auf die eminent wichtige Erstellung der Registrierungsrichtlinien für Second Level Domains unter .aachen Einfluss nehmen, was bei .ac und auch bei der DENIC komplett ausgeschlossen ist.
Zur Wirtschaftlichkeit
Der Vertrieb der Second Level Domains muss nach den Regeln der ICANN über bei ihr akkreditierte Registrare erfolgen, so dass für die Ermittlung der Erlöse nur die Abgabepreise der Registry (AIXnic…) herangezogen werden dürfen. Allerdings darf sich diese nach den neuen Bestimmungen auch selbst als Registrar akkreditieren und direkt verkaufen.
Wer mehr wissen möchte, kann mich gerne auch direkt kontaktieren. dotKöln findet Ihr auch auch http://www.facebook.com/domain.koeln.
@Michael Servos:
“Schlag doch ein solches Modell mal der Verwaltung/Deinem Ratsmenschen vor, wir sind ja gerade erst am Anfang der Diskussion. Oder soll ich das gleich mal übernehmen?”
Da ich unparteilich bin, habe ich keinen “eigenen” Ratsherren.
Ich sympathisiere mit den Piraten. In diesem Fall wäre tatsächlich Felix der Ratsherr meines Vertrauens, wenn ihn denn meine Idee überzeugt.
Aber natürlich kannst auch Du gerne Deine entsprechenden Kontakte antriggern, so Du denn Potenzial (und Chancen) für dieses Konzept siehst.
Ich wäre allerdings angenehm überrascht, sollte sich die Aachener Verwaltung unerwarteterweise tatsächlich dieses Themas annehmen…
Hallo Thomas,
soweit keine neuen Erkenntnisse für mich. Trotzdem danke.
Ich kann mich nur wiederholen: es geht mir darum, dass die Stadt für dieses Gimmick kein Geld ausgibt. Keine Zuschüsse. Keine Übernahme von Kosten. Keine direkte oder indirekte Beteiligung an Kosten auch nicht über Bande. Stadtbetrieb. Selbst. Joint-Ventures. Kein Zuschuss an externe Unternehmen.
Die Bedeutung dieser Domain wird sich auf dem Niveau von .name, .info und .biz (kennt die jemand?) und diesen furchtbar wichtigen Städteportalen einpendeln. Eher drunter. Da hatten die Social Media Experten und Domain-Händler auch erklärt, dass es nicht um Gelddruck für ICANN geht, sondern um höheres.
Wer heute ein Buch im Internet kaufen möchte gibt nicht die griffige Domain buch.de ein. Er nimmt Amazon.de oder libri.de, weil die sich einen Ruf erarbeitet haben. Wenn er überhaupt die Adresseleiste bemüht. Wer keine Idee hat, gibt auf seiner Browserstartseite die meist Google oder Bing lautet was ein und erhält relevante Links. Unabhängig davon wie die lauten.
Solange es Menschen gibt, die glauben mit einem tollen Domain Namen, da muss man doch auf Platz eins bei der Google suche kommen, funktioniert das Geschäft für Reseller, Anwälte und SEO Jünger. Ich halte da nichts von. Ein nettes Gimmick für Geschäftspapiere und Visitienkarten. Wenn die Stadt das für umme bekommt und trotzdem Kontrolle erhält: prima, machen. Geld dafür ausgeben: nein.
@Thomas Lenz:
Vielen Dank für die Infos.
Eine Initiative “dotAachen” wäre wohl ein guter Ausgangspunkt. Ob aus dieser Initiative später der Betreiber (AIXnic) wird, oder ob sie einen Betreiber beauftragt (wie “dotHamburg” mit Nic.at), bleibt abzuwägen. So oder so müssten sich kompetente und sicher auch finanzstarke Partner zusammenfinden.
BTW: Der Sinn einer Genossenschaft ist ja unter anderem, die Belastungen und Risiken auf vielen Schultern zu verteilen. Es spricht also nicht zwingend etwas dagegen, wenn profit-orientierte Unternehmen eine Genossenschaft gründen. Neben der generellen Win-Win-Situation sorgt dennoch eine gesunde Konkurrenz dafür, dass nicht nur ein Unternehmen unanständig am Claim verdient.
@Felix:
Wenn auch ich nicht wirklich dem herbeigeredeten Hype um die neuen TLDs folgen kann, sehe ich doch für’s Aachen-Marketing einige Chancen:
- museen.aachen
- kultur.aachen
- verkehr.aachen (und ich meine nicht die A-Straße… ;-) )
- tourismus.aachen
- maps.aachen
Eingebunden in ein ordentliches Konzept “digital.aachen”, in dem alle Möglichkeiten der neuen Medien zum Wohle der Stadt ausgereizt werden (also sehr viel mehr, als aktuell nur zu twittern und zu facebooken, vom grottigen Aachen-CMS und dem Bürgerforum ganz zu schweigen).
Man bräuchte aber nicht zwingend neues Geld in die Hand zu nehmen. Ich würde das Aachener Marketing-Budget durchforsten und ggf. von anderen Positionen etwas Geld abzwacken. In Summe steigen damit nicht die Ausgaben, aber die Kanäle erweitern sich.
Abgesehen davon kann ein souveräner Umgang damit auch wieder für positive Schlagzeilen sorgen.
ymtc.
P.S.: Ich vermisse übrigens bei allen(!) Parteien Arbeitskreise/Fachausschüsse zum Thema “Aachen 2.0″. Die Auseinandersetzung mit der umfassenden und gedeihlichen Nutzung der Webtechnologien sowie dem souveränen und fachübergreifenden Umgang mit neuen Medien (Chancen, Risiken, Synergie- und Einsparpotenziale) findet faktisch in Politik und Verwaltung nicht statt.
Das Thema “.aachen” wäre ideal gewesen, dort diskutiert zu werden, um anschließend mit einem parteiübergreifenden Positionspapier den Weg abzustecken.
@Michael:
“Da ich unparteilich bin, habe ich keinen “eigenen” Ratsherren.”
Jeder Öcher hat einen “eigenen Ratsmenschen”. Du wohnst sicherlich in einem Wahlkreis der Stadt und dort ist jemand direkt gewählt worden. Das ist “Dein” Ratsmensch. Du kannst natürlich auch jeden anderen ansprechen (z.B. Felix).
Es war übrigens eine der Forderungen, die wir am ersten runden Tisch IT aufgestellt hatten (einige Piraten waren auch daran beteiligt), dass durch eine Karte der Stadt erkennbar werden soll, welcher Ratsmensch für einen zuständig ist.
Was den parteiübergreifenden Diskurs gibt: Der Runde Tisch wird hoffentlich noch im Frühjahr einberufen.
Viele Grüße
Michael Servos
@FX Keine der mir bekannten Städte oder Bundesländer wird eigenes Geld für Bewerbung und Betrieb in die Hand nehmen. Insoweit besteht kein Grund zur Sorge. Das Argument, dass Nutzer bekannte URLs eingeben oder aber den Suchbegriff in Google etc. ist mir natürlich auch schon häufiger begegnet. Suchmaschinen können aber doch nur finden, was es gibt, Insoweit können lokale Adressen hilfreich sein.Für die Stadt können sich intuitive Adressen ergben, die es dem Bürgeer leichter machen, Onlinedienste zu nutzen. In Köln ist es nicht immer einfach, den richtigen Service zu finden und gar nicht einfach, sich die einmal gefundene Adresse zu merken. Und nicht alle Nutzer kennen/nutzen die Bookmarks.
Abschließend ist es ja vielleicht auch attraktiv, sich mit einem tollen, weil merkbaren Domainnamen ein kleines Stück von Google & C0. unabhängig zu machen und sich ein Stück “Internet-Immobilie” zu sichern.
@Thomas
Keine Ursache. Zur Genossenschaft – das habe ich nur als Beispiel genutzt um zu verdeutlichen, dass im Domaingeschägt immer Geld verdient wird (und werden muss), denn das Ganze ist ja auch nicht umsonst zu betreiben. Ein Konstrukt wie die DENIC hat eventuell den Vorteil, dass die Einstandskosten der Vertreiber gering und damit die Domainpreise ebenfalls auch einen erträglichen Niveau gehalten werden können.
Die Beispiele für das Aachen Marketing sind prima – es ist damit zu rechnen, dass sich die deutschen Städte und Länder auf jeden Fall ausgewählte Domains von dem potentiellen Betreiber kostenfrei zusichern lassen (hoheitliche Begriffe) bzw. mit einem Zustimmungsvorbehalt versehen werden, um genau diese Effekte nutzen zu können und Grabber aus diesem Bereich herauszuhalten.
Digitales Aachen – schau doch mal nach Düsseldorf. Dort gibt es den Digitale Stadt e.V., ein offensichtlich erfolgreiches PPP Modell – die Stadt stellt den Manager, die Wirtschaft zahlt Beiträge und bringt Inhalte. Das kann funktionieren. Gibt´s in Köln in der Form (noch) nicht. :-)
Ach ja, wenn sich jemand fragt, was interessiert den dotKölner überhaupt Aachen? Ich habe dort studiert und die Zeit sehr genossen, so dass ich Aache immer im Gepäck habe. Und dann ist das Thema regionaler TLD offensichtlich sehr spannend für mich.
@michael:
Ich finde:
- museen.aachen.de
- kultur.aachen.de
- verkehr.aachen.de (und ich meine nicht die A-Straße… ;-) )
- tourismus.aachen.de
- maps.aachen.de
deutlich besser und intuitiver.
@Thomas Lenz:
In Aachen gibt es übrigens den Digitales Aachen (vormals Förderverein euregionale Digitalkultur) e.V., der gerne ein DIgitalkulturelles Zentrum in Aachen aufbauen und betreiben würde (z.B. im alten Hochbunker Kasinostraße oder der ungenutzten Unterführung am Bushof). Seitens der Stadt wäre da durch eine einfache überlassung und Nutzungserlaubnis der jeweiligen Flächen sehr viel getan und es könnten dort Dinge wie ein freies digitales Musikstudio, interaktive/digitale Kunstausstellungen etc. realisiert werden.
Hallo Fx,
Wen interessiert die ICANN?
ich kann die eine Top Level Domain für 20.000€ einrichten und auf Jahre sicher verwalten und Verfügbarkeit garantieren.
Wenn der Ergeiz mich packt und die Förderung stimmt (zB paar neue DNS Server/Tier 2 als Schenkung) etc würde ich es sogar unentgeltlich bewerkstelligen.
Die ICANN braucht im heutigen Netz kein Mensch mehr.
Wenn Aachen wirklich noch Interesse hat bitte bei mir melden, im Frühjahr wäre die Domain schon Wirklichkeit :-)