Sowohl Windows Vista als auch Windows 7 von Microsoft, jeweils 32 Bit Versionen, können angeblich nicht mehr als 4 GB RAM adressieren. Schlimmer noch, selbst das ist genau genommen nicht mal möglich. Auf den meisten Systemen mit diesem Speicherausbau stehen ca. 3,3 GB +/- irgendetwas zur Verfügung.
Man könnte meinen, dass es etwas mit dem 32 Bit Adressraum dieser Betriebssysteme zu tun haben könnte. Das möchte Microsoft wohl auch gerne glauben machen. Das ist aber nicht das Problem. Im Gegenteil. Bei der Gegenüberstellung der diversen Windows 2003 Server Version [1] erklärt das Unternehmen sogar noch mal extra in einer Fußnote das die Windows 2003 Datacenter Edition als einzigste auch 64 GB RAM adressieren kann. Wohlgemerkt: alle Versionen in der Tabelle basieren auf dem gleichen 32 Bit Systemkern.
Marketing mal wieder
Wie immer bei Microsoft geht es um Marketing und Geld verdienen. Ich habe mich vor ca. 14 Tagen erstmals mit dem Problem beschäftigt. Es geht ja nicht nur darum, dass 4 GB RAM nicht kpl. genutzt werden können. Nein, wenn man noch mehr einbaut, hat man auch nichts davon. Nicht weil es nicht geht, sondern weil Redmond das nicht will.
Eines meiner Systeme zeigt z. B. folgendes an:
Von 4 GB RAM werden also 772 MB für Hardware “reserviert”. Aha. Auf anderen Systemen sind es oft mehr als 1 GB. Nur für welche Hardware? Die Anzeige ist völliger Unsinn. Einzig wenn man z. B. eine On Board Grafikkarte benutzt, welche Ihren Speicherbedarf aus dem RAM des Rechners speisen muss, dann konsumiert z. B. Hardware RAM des Systems. Externe Grafikkarten haben selber schnelles RAM on Board. Nein, Microsoft blockt hier einfach RAM aus dem Hauptspeicher des Rechners und nennt das durch Hardware belegt. Wäre es nicht ein “Windows 7 Ultimate”, sondern ein “Windows 7 Starter”, dann wäre das sogar auf 2 GB abgedeckelt, also bis zu 2 GB RAM für Hardware…
Zum Glück nicht der Erste
Dieser Unfug ist natürlich auch anderen Leuten vor mir aufgefallen. Glücklicherweise auch jemanden, wo ich ein gewisses Vertrauen habe, dass die Lösung nur das Problem löst und nicht noch irgendwelche anderen Sachen ins System trägt…
Auf der Seite von Unwave Datentechnik GmbH [2] wird ein Tool zur Verfügung gestellt, welches den Windows 7 Kernel entsprechend ändert. Ich habe noch andere Quellen aufgetan, aber das scheint mir die seriöseste zu sein. Ich habe den dort bereitgestellten und gut erklärten Patch auf drei Systemen ( 2 x Desktop, 1 x Notebook) installiert (Patch x86 RamSperre – Entferne Wasserzeichen – Reboot). Klappt wunderbar und bis heute ohne Nebenwirkungen.
Beispielsweise auf obigem System:
Auf dem Rechner stehen nun > 700 MB RAM mehr für das System zur Verfügung. Die Anzeige stammt übrigens aus dem Ressourcen Monitor den man auf der “Karte” Leistung des Taskmanagers findet (Button unten).
So sehr ich dem Patch traue, so wenig kann ich das in produktiven Umgebungen einsetzen. Genau das ist mal wieder typisch für so manchen Hard- und Software Hersteller: Das Produkt wird normal entwickelt mit dem “was geht” und dann verkauft man verkrippelte Versionen in Marktingpreisstaffeln zum Nachteil des Kunden.
Für die Fanboys :-) Nein, Apple ist da auch nicht besser. Nur anders.
[1] Vergleich der verschiedenen Windows 2003 – 32 Bit Server Editionen
[2] Unawave: Kernel Sperre entfernen

HI:
Sind die win 7 downloads (iso) auf der unwaave Seite wirklich legal oder lade ich mir da evt Schadsoftware auf den Rechner ???
DANKE
RJ
Der Download Patch ist legal. So meine Einschätzung. Muss aber jeder selber schauen. Bei mir läuft das auf mehren Rechnern und ich habe damals keine Schadsoftware feststellen können.
Ein gewisses Risiko bleibt natürlich immer. Wichtig ist auch, dass der Patch zur Version passt. Ein Win 7 SP1 funktinierte mit dem mir bekannten, letzten Stand nicht. Kann aber auch wieder gefixt sein.