Ich hatte mich ja schon zur Bundestagswahl ziemlich gewundert. Und war damit sicher nicht allein: wie schafft es eine einzige Person die Aachener Innenstadt dermaßen mit dem eigenen Konterfei zuzupflastern? Keine Laterne, kein Baum ohne riesige Plakate mit dem Gesicht von Petra Müller, FDP. Gefühlte 50 % aller Plakate gezählt über alle Parteien zeigten die riesige Photoshop Version Ihres Porträts. Keine Rücksicht, keine Regeln. Ich pflastere mich in den Bundestag. Das war jedenfalls mein Eindruck.
Auch wenn es nicht gestattet ist beispielsweise Bäume als Plakathalter zu verwenden oder Plakate weit in die Fahrbahn ragen zu lassen. Egal, irgendwo mussten die ganzen Plakate ja hin. Am Ende sogar einfach unter die Winterschutzscheibe von geparkten Fahrzeugen (aufs Bild klicken für Zoom). Große Plakate, keine Flyer wohlgemerkt. Ob die dann später vom Autobesitzer oder der Allgemeinheit entsorgt werden mussten oder ob Frau Müller da auch so aktiv war ist mir leider nicht bekannt.
Jetzt scheint jedenfalls herauszukommen woher der Geldsegen fürs Zupflastern der Innenstadt kam. Die eigenen Parteikollegen werfen ihr lockeren Umgang mit Parteispenden vor. Auch der Vorwurf den Versuch unternommen zu haben, 20.000 EUR am Kreisverband vorbei zu verwenden, steht im Raum.
Weiter behauptete sie selbst sie habe schon im Jahr 2005 ca. 8.500 EUR nicht korrekt verbuchter Spenden eingesetzt. Dies widerrief sie allerdings später wieder.
Diese Unregelmäßigkeiten und ein ein mittlerweile sehr schlechtes Standing innerhalb des Kreisverbands Aachen führten wohl dazu das Sie bei der Wiederwahl zur stellvertretenden Bezirks-Vorsitzenden abgeschmettert wurde. Petra Müller erhielt 32 von 80 Stimmen. Gerüchten zu Folge könnte ein Wechsel des Kreisverbands von Aachen nach Düren erfolgen.
Weitere Informationen
Riesenärger wegen Petra Müller – AN 15.03.2010
Liberale Basis gibt Peter Müller einen schweren Korb – AZ 15.03.2010
